Geschichte

August 1996: Der erste Auftritt

Die beiden Brüder Marcel und Urs Brülisauer sowie ihr fast gleichaltriger Kollege Markus Inauen waren von Haus aus musikalisch nicht besonders vorbelastet. Als waschechte Innerhödler identifizierten sie sich aber dennoch mit dem heimischen Brauchtum und fanden gefallen daran. Bei Stubeten und anderen volkstümlichen Anlässen schauten die heranwachsenden Teenager den aufspielenden Musikanten jeweils interessiert auf die Finger und hegten alsbald den Wunsch, es ihnen gleich zu tun. Aus Mutters Erbschaft existierte bei den Brülisauers von jeher ein altes Klavier sowie eine ungebrauchte Handorgel. Die zwei Jungs konnten ihren ersten musikalischen Gwunder somit problemlos zuhause stillen, bevor sie sich im Privatunterricht das erste Rüstzeug für die spätere Musikantenkarriere holten. Markus Inauen indes durfte auf dem Hackbrett eines Kollegen erste Musizierversuche machen und war anschliessend definitiv fasziniert vom typischen Appenzeller Saiteninstrument. Alsbald trafen sich die drei Gleichgesinnten zum spontanen Musizieren und kurze Zeit später erfolgte am 1. August 1996 der erste Auftritt der Kapelle Enzian in Triobesetzung.

Erster Auftritt


Erweiterung des Repertoires und personelle Veränderungen

Rund vier Jahre lang genossen die drei jungen Musikanten weiteren Instrumentalunterricht und holten sich auch in Sachen Zusammenspiel innerhalb einer Formation fachkundige Tipps. In unbekümmerter Art und Weise wurden so mit traditionellem Repertoire schon während der Schulzeit viele wertvolle Erfahrungen gesammelt. Im Ausgang, der im Jugendalter nun auch plötzlich ohne musikalisches Engagement möglich war, liess sich die Kapelle Enzian durch andere Formationen dazu inspirieren, das eigene Repertoire zu erweitern. So wurden neben Appenzeller Tänzen neu auch Schunkellieder, Stimmungs-Potpourris oder Oberkrainermelodien ins Programm aufgenommen, was bei den Auftritten für zusätzliche Abwechslung sorgte. Um dieses bunte Repertoire musikalisch noch attraktiver präsentieren zu können, wurde die Kapelle Enzian ab 2001 durch den Bassgeiger Fabian Fässler komplettiert. In dieser personellen Zusammensetzung musizierte das Quartett rund vier Jahre lang, bis Urs Brülisauer das Restaurant auf dem Hohen Kasten übernahm und sich schweren Herzens von der musikalischen Bühne verabschieden musste. In der Übergangszeit wurde Urs bereits ab und zu von Markus Signer am Klavier vertreten. Und als just im passenden Moment dessen Formation aufgelöst wurde, konnte er anschliessend offiziell in die Fussstapfen von Urs Brülisauer treten. Markus Signer entpuppte sich für die Kapelle Enzian nicht nur als idealer Klavierspieler, sondern erweiterte das musikalische Spektrum bald noch um einen weiteren Trumpf. Weil er nämlich ein grosser Fan von runder Handorgelmusik ist, machte er sich ans Werk und erlernte nebenbei auch das Spiel auf der Handorgel. Um die typische Handorgelduett – Besetzung erlangen zu können, machte sich Hackbrettler Markus Inauen parallel dazu ans Klavier üben. Dank der hieraus möglich gewordenen instrumentalen Umsetzungsmöglichkeit bereichern heute auch diverse runde Handorgeltitel das vielseitige Repertoire der Kapelle Enzian.

Erweiterung des Repertoires


Mix mit Tradition und Unterhaltung

Als Nachfolger von Fabian Fässler hat sich Anfang 2011 der Bassgeiger Walter Frick zur Formation gesellt, welcher in der Szene seit Jahren als vielseitig einsetzbarer Musiker bekannt ist und zudem eine besondere Affinität zur Jodlerei und zum Appenzeller Brauchtum mitbringt. Nicht zuletzt deshalb umfasst das Programm der Kapelle Enzian heute vermehrt typische Innerhoder „Rugguseli“, weitere Gesangseinlagen oder das typische Talerschwingen. Ohne jegliche Berührungsängste mischen die vier lebensfrohen Musikanten ihr Musikprogramm immer wieder neu zusammen. An einem Jodlerabend mit älterem Publikum werden prioritär traditionell Klänge gespielt, während bei einer Chilbi mit jungem Publikum der Stimmungs- und Unterhaltungsmusik ein höherer Stellenwert beigemessen wird. Besonders wirkungsvoll sind jeweils die starken Kontraste, wenn zum Beispiel nach einem fätzigen Boogie Woogie plötzlich wieder ein schläziges Appenzeller Wälzerli ertönt.